Mietkaution – worauf sollte man achten?

Da hat man nun endlich eine passende finanzierbare Wohnung gefunden, freut sich auf den Umzug, die teilweise neue Möblierung und auf das neue Zuhause. Gerade für junge Leute, die in die erste eigene Wohnung ziehen, stellt sich die Frage, wie die Mietkaution finanziert werden soll.

Das Sparbuch muss schon für ein neues Bett geplündert werden und „Pütt un Pann“ benötigt man auch. Ganz abgesehen von dem vielen Kleinkram, den man gar nicht auf dem Plan hat, der aber zur Grundausstattung gehört, um überhaupt eigenständig leben zu können. Man denke dabei nur an die Anschaffung einer Klobürste. Womöglich hat die erste eigene Wohnung auch noch nicht einmal eine Einbauküche, die dann auch angeschafft werden muss (siehe:  Früher war alles besser: Arztbesuch und Einbauküche).

Der Vermieter verlangt aber gemäß Mietvertrag vor Schlüsselübergabe neben der ersten Miete, als Mietsicherheit eine Kaution von drei Netto-Kaltmieten. Das ist durchaus verständlich, da Berichte und Sendungen über Mietnomaden schon oft genug das Abendprogramm im TV füllten.

Sparbuch mit Verpfändungsvermerk

Für Mieter und Vermieter ist es am einfachsten, wenn der Mieter ein Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist an den Vermieter verpfändet.  Das Sparbuch sollte in dem Fall den Kautionsbetrag als Guthaben aufweisen. Die Bank oder Sparkasse macht einen Vermerk im Sparbuch, dass es an den Vermieter verpfändet ist, den sogenannten Verpfändungsvermerk.  Somit kann der Mieter erst wieder über sein Geld verfügen, wenn der Vermieter gegenüber der Bank/Sparkasse  erklärt, dass er die Mietkaution freigibt.

Barkaution

Eine Alternative wäre die Barkaution. Da aber der Vermieter die Kaution zuzüglich Zinsen,  die bei einem Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist anfallen würden, nach Auszug des Mieters zurückzahlen muss, ist es sicherlich sinnvoll, wenn der Mieter gleich ein Sparkonto eröffnet und an den Vermieter verpfändet.

Bürgschaft

Bei einer Bürgschaft stellt sich meistens ein Familienangehöriger als Bürge zur Verfügung. Der Vermieter überprüft die Einkommensverhältnisse des Bürgen ebenso, wie er es bei dem neuen Mieter gemacht hat. Er verlangt auch von dem Bürgen eine SCHUFA-Auskunft und die letzten drei Gehaltsabrechnungen sowie eine Kopie von dem Personalausweis oder von dem Reisepass. Der Bürge verpflichtet sich gegenüber dem Vermieter, für die Höhe der Mietkaution aufzukommen, sofern der Mieter seinen Verpflichtungen aus dem Vertragsverhältnis nicht nachkommt.

Mietkautionsversicherung

Seit einigen Jahren wird von diversen Versicherungen eine  sogenannte “Mietkaution-Versicherung“ angeboten. Hierbei schließt der Mieter mit der Versicherung einen Vertrag und der Vermieter erhält von der Versicherung eine Bürgschaftsurkunde. Je nach Versicherer zahlt der Mieter pro Jahr ca. 5 % der Versicherungssumme (Versicherungssumme= drei Netto-Kaltmieten) an den Versicherer. Und wenn Sie bis hierhin gelesen haben, dann lesen Sie den letzten Satz bitte noch einmal. Und jetzt stellen Sie sich bitte vor, Sie müssten für Ihre Hausratversicherung* oder Privathaftpflichtversicherung*  jährlich ca. 5 % der Versicherungssumme zahlen.

Begriffen? Diese sogenannten Mietkautionsversicherungen haben mit „Versicherungen“ überhaupt nichts zu tun, auch wenn sie mit einer Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden. Genaugenommen sind sie nichts anderes als ein Ratenkredit, der nur eventuell in Anspruch genommen wird. Im Gegensatz zu einer Bank oder Sparkasse, die einen Ratenkredit auch auszahlt, leiht man sich bei einer Mietkautionsversicherung (bzw. Mietkaution-Bürgschaft) nur eventuell irgendwann in der Zukunft die mit dem Vermieter vereinbarte Mietsicherheit. Nimmt der Vermieter dann, eventuell nach Jahren, die Bürgschaft in Anspruch, so muss der Mieter diesen Betrag an die Versicherung zurückzahlen. Vorausgesetzt wird hier natürlich: sofort und in voller Summe. Inwieweit dann Ratenzahlungen möglich sind und zu welchen Konditionen (Zinssatz) wird vor der Antragstellung meist nicht erwähnt, da sie nicht Vertragsinhalt sind. Die Versicherungen, die diese Art der „Mietkautionsversicherung“ anbieten  machen dieses direkt oder mit Hilfe von Maklerfirmen. Ein im jeden Fall lukratives Geschäft – für die Versicherung.

Alternative: normaler Ratenkredit

Wenn man die verlangte Mietkaution nicht aufbringen kann und sich kein Bürge findet, ist es sicherlich sinnvoll die eigene Hausbank zu fragen, welches Angebot die Bank oder Sparkasse zur Finanzierung der Mietkaution unterbreiten kann. Nehmen Sie es Ihrer Hausbank aber nicht übel, wenn sie ein „Miet-Aval“ (Bürgschaft) nur für gewerbliche Kunden im Programm hat. Gewerbliche Kunden können die Kosten für ein Miet-Aval vom Gewinn absetzen, das kann sich rechnen. Für die Privatperson rechnet es sich meistens nicht, da ebenso wie bei der  vorgenannten „Mietkautionsversicherung“  das Geld nur in eine Richtung fließt und die Zinsen dafür zu hoch sind.

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Wenn es schon „auf Kredit“ sein muss, können einige Online-Banken eine günstige Alternative sein. Der Vergleich lohnt sich. Bei einer kurzen Laufzeit von 36 Monaten kann mit moderaten Raten eine Mietkaution finanziert werden. Der Vorteil bei einem normalen Ratenkredit: Das Geld fließt sofort, kann auf einem Sparbuch angelegt und an den Vermieter verpfändet werden. Und die Zinsen liegen häufig unter dem, was die Mietkautionsversicherungen für Bürgschaften oder Banken und Sparkassen für ein Miet-Aval verlangen. Auf der Internetseite von finanzen.de können Sie kostenlos und unverbindlich die Konditionen für Ratenkredite* vieler Banken und Sparkassen vergleichen.

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Ein Gedanke zu „Mietkaution – worauf sollte man achten?

  1. Sehr aufschlussreich! Was bin ich froh, Hausbesitzer und somit mein eigener Herr zu sein, mich nicht mit einem Vermieter rumquälen zu müssen. Ich kenne das von meinen Bekannten, von denen einige in Mietwohnungen hausen: Irgendein Ärgernis gibt es immer! Immer fehlt was oder etwas müsste repariert werden oder es gibt Unklarheit über die Auslegung des Mietvertrags (Wer ist für was zuständig? Wer muss was ersetzen?). Und wenn dann das Finanzielle als Faktor hinzukommt, dann wird es ganz arg. Bei solchen Begriffen wie Sparbuchverpfändung, SCHUFA-Bürgschaft und Barkaution und dem Gedanken, dass man einer wildfremden Person plötzlich dermaßen Rechenschaft schuldig ist, nur weil man ein paar Quadratmeter Wohnraum beziehen will, klappen sich mir die Fußnägel hoch!

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