“Schminktipps” – das YouTube Must-have

Es ist doch jeden Morgen immer wieder faszinierend, wie frau ihr Antlitz neu erfindet. Da wird gereinigt, gewässert, gecremt, gepudert und dekoriert bis nahezu ein regelrechtes Kunstwerk entsteht. Und das Beste dabei: Sie muss dafür nicht ihre Seele verkaufen à la Dorian Gray, sondern greift stattdessen zu geheimnisvollen Mixturen, Pinseln und Farbpalletten.

Das war auch schon vor der Erfindung des Internets so. Nur damals konnte man an dem geschminkten Gesicht einer Frau, ihr Gefühl für Farbe und Form und ihre Fingerfertigkeit erkennen. Das ist heute nun nicht mehr so, denn heute gibt es youtube mit Schminktipps en gros.

Wie versteckt man Schlupflider und Doppelkinn ohne sich unter das Messer zu begeben? Wie deckt man geschickt die Augenränder ab? Wo muss der Lidstrich hin und wie schminkt man aus einer breiten Nase eine schmale? Kurzum, die Schatten, die von alleine da sind, schminkt man weg und da wo sich keine natürchlichen Schatten bilden, schminkt man welche hin. Die Schminkerei ist eine Philosophie für sich und für viele Frauen nur die einzige Zeit im hektischen Alltag, in der sie sich nur auf sich selbst konzertrieren.

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Interessant sind die Schminktipps bei youtube auch, wenn frau vielleicht nur kontrollieren will, ob sie alles richtig macht, denn das sagt ihr ja sonst keiner. Oder haben Sie schon einmal gehört: “Also, ich weiß nicht, aber Dein Rouge solltest Du vielleicht etwas höher setzten”. Oder: “Meinst Du wirklich, dass Dein Lidschatten zu Deinem Shirt passt?” – Wobei, diesbezüglich hat sich die “Schmink-Mode” zwischenzeitlich geändert. Früher musste der Lidschatten zu den Augen passen und heute zum Kleid. Ob das nun tatsächlich auch immer besser aussieht, sei einmal dahingestellt.

Weit verbreitet ist in der Männerwelt der Irrglaube, die Frauen würden sich nur für den Mann (den einen oder den Mann im Allgemeinen) schminken. Den Zahn möchte ich doch hiermit den Männern ein für alle Male ziehen. Frauen schminken sich nur für sich selbst, denn sie müssen täglich ein paar Mal auf die Toilette und dort hängt ein Spiegel. Beim Händewaschen fällt der Blick einer Frau unweigerlich in den selben und was sie da sieht, ist im ungeschminkten Zustand ihrer Empfindung nach eine Beleidigung fürs Auge: So will sie nicht aussehen, denn eigentlich hat sie ein ganz anderes Bild von sich selbst – ein geschminktes Bild. Daher mögen Frauen sich meistens auch auf Fotos nicht leiden, denn das Foto entspricht nur selten dem Spiegelbild im frisch getunten Zustand.

Männer haben es da wesentlich einfacher: sie gucken in den Spiegel und finden sich schön. Falten sind ein Zeichen von Reife und wurden hart erarbeitet und das Doppelkin wird einfach bestritten.

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Schminktipps für die Schule

Erschreckend finde ich jedoch, dass es auch Schminktipps für die Schule gibt: Von zehn- bis zwölfjährigen Kindern ins Netz gestellt, mit Kajalstift und Wimpertusche. Vielleicht bin ich zu antiquiert um das zu begreifen. Meiner Meinung nach sollten die Kids erst einmal schreiben lernen, bevor sie sich mit einem Stift die Augenlider bemalen und so dann auch noch in die Schule gehen – mit zehn, elf, zwölf!? Klar verkleiden sich Kinder gerne und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn sie sich zuhause spielerisch bemalen. Aber in dem Alter geschminkt in die Schule zu gehen, wenn kein Fasching ist, kann nur nach hinten losgehen. Die Frage ist, was machen die Mädchen dann mit dreizehn? Das Schminken ist bis dahin ja selbstverständlich und hat sich somit abgefreut. Mit dreizehn piercen und mit fünfzehn dann schon das dritte Tatoo, mit  sechszehn die Brust-OP?

Die zehn- bis vierzehnjährigen Mädchen aus meiner Generation hätten sich auch gerne geschminkt – wir durften es aber nicht, denn schließlich waren wir Kinder und keine Erwachsenen. Und das war auch gut so. Ich frage mich, was ist bei den Müttern von heute, die ihren Kindern erlauben sich so früh zu schminken, falsch gelaufen? Haben sie verlernt “Nein” zu sagen?

Oder bin ich zu antiquiert?

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