Gedicht: “Till Eulenspiegel in den Mund gelegt”

“Viele Zechen blieb ich schuldig,
fing dafür ein so manchen Hieb.
Die Trinkkumpanen nahmen ´s geduldig,
doch auf der Flucht galt ich als Dieb.

Im Namen Gottes sah ich bangen,
Weiber auf den Scheiterhaufen;
überall im ganzen Lande,
Menschen – mit den Zangen laufen.

Der Ketzerei beschuldigt
werd´ ich: ungläubig und frevelhaft;
hab´ von allen nur genommen
- ein Leben lang auf Wanderschaft.

So mancher will mich hängen sehen.
Noch keiner hat mich hier entdeckt.
Der Tod kommt schnell – ist er gewiss;
bin bei den Nonnen gut versteckt.

Ihr wollt das ganze Land ermahnen:
gelebt hab´ ich nicht tugendhaft !
- Ihr könnt es sicher nicht erahnen,
welch´ Ehre Ihr mir damit schafft.

Es wird die Wahrheit bald verblassen,
nagt doch allein der Zahn der Zeit.
Ihr werdet Euch schon selber narren
- wenn nur die Sage übrig bleibt.

Den Grundstein habt Ihr selbst gelegt;
wen will es da in späteren Zeiten
noch wundern, was in Mölln geschieht:
als Narr werd´ ich Euch stets begleiten.

Der Masken viele trage ich;
bin überall zu spüren.
Drum folgt mir – durch die alte Stadt -
- lasst Euch in Mölln verführen.“

Nachsatz

Dieses Gedicht entstand bereits in 2004, nachdem ich mich über die Möllner Stadtverwaltung geärgert hatte. Die Stadt Mölln war damals der Meinung, ich hätte meine als Ferienwohnung ganzjährig angebotene Wohnung in Mölln ja selbst als Ferienwohnung nutzen können, in den Zeiten wo sie nicht vermietet gewesen war. – Eine Logik, die von Till Eulenspiegels Geist beeinflusst gewesen sein muss.
Meine Klage gegen die Stadt Mölln bzw. gegen den Zweitwohnungssteuerbescheid hatte Erfolg.

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