Vintage Mode

Der Vintage-Look scheint nicht abzureißen: Gut erhaltene Kleider oder Kleiderstoffe aus den 50er und 60er Jahren sind nach wie vor sehr beliebt. Mancher Second-Hand-Laden kann die mittlerweile über 50 Jahre alte gut erhaltene Kleidung nicht so schnell beschaffen, wie es die Nachfrage verlangt. Beliebt ist die Originalware vor allem deshalb, weil damals kaum „von der Stange*“ gekauft wurde.

Rockabilly-Clothing.de

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In den 50er Jahren kam das neue Kleid nach Maßnehmen und diversen Anproben direkt vom Schneider, sofern es nicht selbst genäht wurde. Die Stoffränder wurden noch von Hand gekantelt (mit Schlingenstich versäubert), denn die alten Nähmaschinen ließen noch keinen Zickzackstich zu oder benötigten dabei zu viel teures Nähgarn. Handgestickte Knopflöcher mit Knopflochseide* waren damals ebenso selbstverständlich wie ein mit der Hand genähter blinder Saum.

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Auch die heutige neue Mode greift Akzente der Rockabilly-Zeit und der 40er Jahre auf. Während neue T-Shirts die Rockabilly-Mode der 50er Jahre einerseits nachahmen (T-Shirts gab es damals noch nicht als Oberbekleidung) wird parallel wieder vieles selbst genäht oder vom Jungdesigner angefertigt. Auch aus alten Vorhangstoffen näht die Kreative ein individuelles Kleid oder einen flotten Rock nach neuen oder alten Rockabilly-Schnittmustern*. So wird “Second Hand” neu verarbeitet. Qualität ist wieder angesagt, die ebenfalls auch immer einen individuellen Touch hat.

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Was nicht in den 70er Jahren bei der Altkleidersammlung landete und schon damals ins Ausland weiterverkauft oder zu Putzlappen geschreddert wurde (welche Sünde!), findet heute – sofern noch gut erhalten vorhanden – zu Höchstpreisen gute Abnehmer. Vorsicht ist nur geboten beim Online-Kauf aus Haushaltsauflösungen: Wurde Kleidung im Keller gelagert, riecht sie oft muffig und wird meist als „Dachbodenfund“ beschrieben. Häufig scheitern am Muffgeruch selbst die besten Hausmittel, auch wenn sie einen Versuch wert sein können. Lässt sich starker Muffgeruch nicht entfernen, bleibt nur die Entsorgung oder eine Ozonreinigung bei einem Fachmann, denn was gegen unangenehme Gerüche im Innenraum eines PKWs hilft, kann auch Modergeruch aus Antiken Textilien beseitigen.

Stoffe.de - alles fürs Nähen. Stoffe & Nähzubehör

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Wer hätte auch damals gedacht, dass alte Burda-Hefte mit Schnittmustern aus den 50er, 60er und 70er Jahren irgendwann wieder begehrt sind. Gerade junge Designer, die sich mit ihrer individuellen Mode selbständig gemacht haben, nehmen gerne alte Schnitte der Vintage-Modeklassiker* in ihre Kollektion auf, um sie dann leicht zu verändern. Mit etwas Glück bekommt man die alten “Burda Moden”* noch bei ebay* zum Schnäppchenpreis.  Da sich mittlerweile auch die Stoffhersteller auf alte Muster besinnen, können somit auch neue Kleider mit Retro-Mustern genäht werden, die den Originalen aus damaliger Zeit gleichen und fachmännisch im alten Schneiderhandwerk gefertigt werden.

Aufgrund der Aktualität erschien im August 2014 ein neues Buch* über Modeklassiker mit Schnittmustern (Vintage-Modelle von den 1920ern bis 1980ern) im BurdaStyle*. Am 22. Oktober 2014 brachte burda style außerdem ein Vintage-Heft mit 12 Originalschnitten aus den 1950er Jahren als Sonderheft* heraus. Die dafür passenden Stoffe* sind auf stoffe.de* zu finden.

Auch Knöpfe spielen wieder eine große Rolle. Wurden früher von alter unbrauchbarer Kleidung die Knöpfe abgetrennt und zur weiteren Verwendung aufbewahrt, so landeten die Altkleider seit den 80er Jahren meist „beknopft“ auf dem Müll oder in der Altkleidersammlung. Dabei stellten schöne Knöpfe schon immer einen hohen Kostenfaktor dar und waren meist teurer als Stoff und Nähgarn. So findet heute auch Ur-Omas Knopfsammlung bei der Urenkelin Gefallen, die wie viele junge Leute ihrer Generation wieder zu Nadel und Faden greift.

Ob in einer Nähschule* gelernt oder via „Learning by Doing“ selbst beigebracht: die junge Generation – ob männlich oder weiblich – peppt kreativ vorhandene Klamotten auf oder näht individuelle Kleidung komplett wieder selbst. Auch heute noch gibt es Modezeitschriften mit Schnittmusterbogen zum Ausradeln, auch wenn sie kaum im Zeitungsladen an der Ecke regelmäßig zu finden sind, da der Zeitschriftenhändler diese nur auf Bestellung ordert. Schnittmuster, bei denen nur noch die passende Größe ausgeschnitten werden muss, haben manche Stoffabteilungen der Kaufhäuser in großer Auswahl vorrätig. Ebenso lassen sich viele im Internet finden, die entweder kostenlos oder kostenpflichtig als Download zur Verfügung stehen oder auf dem Postweg den Besteller erreichen. Manchmal wird aber auch das bereits abgetragene Lieblingskleidungsstück einfach komplett aufgetrennt, damit es dann als sicher passendes Schnittmuster dienen kann.

So sind unter anderem auch wieder knielange fließende Tellerröcke zu sehen, die, ohne oder mit Petticoat* , heute aber nicht mit der braven Bluse, sondern mit einem frechen Shirt im Animal-Print kombiniert werden. Dazu gewelltes Haar, welches mit einem zum Shirt oder Rock passendem Band gebändigt wird und ein dezentes Make Up mit den typischen roten Lippen der 40er Jahre. Mit Pin Up Schuhen* im Retrolook kombiniert, entsteht so ein moderner neuer Look.

Für den Nähanfänger gehört der Tellerrock, ohne den die bekannte Szene von Marilyn Monroe auf dem U-Bahn-Schacht nicht hätte entstehen können, häufig zum Pflichtprogramm, da das Schnittmuster leicht selbst gefertigt werden kann. Doch oft scheitert der erste Versuch an der Stoffauswahl. Der Griff zum Baumwollstoff (100%) verhindert den guten Sitz und lässt jede auch noch so schlanke Frau voluminös wirken. Viskose (100%) hingegen fällt ideal, ist entgegen vielen Waschanleitungen bei 30 Grad waschbar und bügelbar.

Die Vielfalt, die die Mode seit den 20er Jahren bis hin zu den frühen 70ern zu bieten hat, kombinieren nicht nur die Designer mit neuen eigenen Ideen. Auch der Griff in den Kleiderschrank wird experimentierfreudiger und individueller.

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